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Donnerstag, 16. Februar 2012

16. Februar 2012: Daumenkapsel geprellt - Richtig tapen

In vielen Sportarten ist der Daumen ein verletzungsanfälliger Teil. Bei Ballsportarten wie Basketball oder Handball kommt es daher häufig zu Prellungen des Daumens oder auch zu Überstreckungen. Beides hat meist zur Folge, dass die Kapsel des Daumens verletzt wird, was nicht nur beim Sport selbst, sondern auch im Alltag sehr schmerzhaft ist. Meistens kann man die gesamte Hand nur noch eingeschränkt benutzen, da zum Beispiel das einfache greifen eines vollen Glases schon Schmerzen verursacht.
Die Heilung, besonders bei Kapselverletzungen, braucht Zeit. Man kann die Zeit zur Verheilung etwas beschleunigen, in dem man die verletzte Kapsel ruhig stellt, was beim Daumengelenk nicht ganz einfach, aber möglich ist. Je ruhiger das Gelenk, je schneller die Heilung. Aus diesem Grund möchte ich euch heute anhand von Bildern/Fotos erklären, wie ihr das Daumengelenk optimal taped und damit ruhig stellen kann. Ich bin kein Physiotherapeut oder ähnliches, sondern habe mir das richtige Tapen während meiner aktiven Leistungssportzeit autodidaktisch beigebracht, weil ich es gebraucht habe.


Du braucht eine Rolle Tape (ich verwende Sporttape mit einer Breite von 4 cm, was ich aber in zwei nahezu gleich breite Teile teile) und trockene und fettfreie Hände. 


Bevor wir beginnen noch ein paar wichtige Hinweise: 
- Das Tape nie so kräftig anziehen, dass die Blutzufuhr abgeschnürt wird.
- Das Tape immer mit Druck anpressen.
- Das Tape solle nie verdreht sein oder Falten werfen, denn das verursacht Druckstellen und das tut auf die Dauer weh.
- Wer stark behaart ist, rate ich sich vor dem Tapen nass zu rasieren. Erstens hält das Tape dann besser und zweitens tut das Abnehmen dann auch nicht mehr so weh.
- Der Tapeverband sollte regelmäßig erneuert werden. Die Stabilität lässt nach einiger Zeit einfach nach und die Haut freut sich auch über etwas Luft.


Und los geht´s!


1. Zu Beginn müssen wir sogenannte Zug-Anker tapen. Hintergrund: Wenn man durch Tapen Stabilität erzeugen will, d. h. Bewegungen einschränken will, muss manchmal  ein Tapestreifen eine Stütz, Halte- und Zug-Funktion übernehmen. Die Haut ist nie 100% fettfrei und deshalb würde sich das Tape dabei einfach nicht halten. Dies wird durch diesen Anker verhindert, weil Tape auf Tape einfach besser hält.


Hier seht ihr den Zug-Anker am mittleren Daumengelenk.


2. Als zweites kommt der Gegenzug-Anker am Handgelenk.
Tipp: Beim setzen dieses Tapestreifens eine Faust machen, denn dann ist es auf jeden Fall nicht zu fest, bei offener Hand.


3. Nun bauen wir den ersten Zug auf. Mit einem längs Tapestreifen wird der Daumen in die natürliche Position einer geöffneten Hand gebracht.
4.  Mit einem zweiten Streifen verstärke ich den Zug auf den Daumen. Im Bild sieht man, dass der Zug komplett über das Daumengrundgelenk verläuft.
5. Nun tape ich eine Verstärkung. Diese verläuft kreuzweise über die Daumenkapsel. Ich beginne am Handgelenk-Anker tape schräg auf die rechte Seite des Daumens, umrunde diesen und dann kreuzweise zurück zum Anker.
6a. Nun das ganze andersrum: Diesmal tape ich am Handgelenk-Anker beginnend links am Daumen vorbei und auf der rechten Seite zurück Anker.
6b: Hier im Bild nochmal der Verlauf des letzten Tapestreifens, der wieder das Grundgelenk/Kapsel des Daumens durch Kreuzung stützt.

7. Wieder wird kreuzweise über das Grundgelenk getaped. Dies geschieht zur Erhöhung der Haltbarkeit und Festigkeit.
8. Damit sich das Tape nicht bei Bewegung der Hand und Daumen "aufrollt", sichere ich die Vertapung durch Umwicklung des Mittelgelenkes mit einen Streifen (Achtung: Nicht zu fest ziehen!).
9. Als letztes noch eine Verklebung am Handgelenk-Anker, um auch da das Ablösen und Aufrollen zu verhinden.

Fertig!








Das Daumengrundgelenk ist nun in seiner Bewegung eingeschränkt, die Hand lässt sich aber noch im normalen Alltag wunderbar benutzen. Nun braucht man nur noch die Zeit abwarten bis die Prellung abheilt. Leider sind Kapselverletzungen immer eine lang- bis längerwierige Geschichte und damit für den Sportler eine durchaus ärgerliche und schmerzhafte Verletzung.

Die letzten drei Bilder/Fotos zeigen euch das Endprodukt der Bemühungen:
Von Oben
Von der Handfläche


Vom Handrücken
Ich wünsche euch zwar nicht die Verletzung, aber trotzdem viel Erfolg beim Nach-Tapen, wenn es nötig sein sollte. Für das Selbertapen braucht man etwas Übung. Einfacher ist es, wenn man jemanden bitten kann das Tapen zu übernehmen.

Freitag, 3. Februar 2012

3. Februar 2012: Abnehmen ist eigentlich sehr einfach, wenn man das Prinzip versteht

Als Judo-Trainer werde ich immer wieder von Athleten gefragt, wie man das Gewichtslimit am besten erreicht. Was darf ich essen? Was nicht? Ist dies oder das gut, oder schlecht? Kann ich nach 20 Uhr noch was essen? Muss ich auf meine geliebte Nutella verzichten? So ungefähr sind die Fragen, die ich immer wieder gestellt bekomme. Das Gewichtslimit beim Judo ist schon eine spezielle Sache, da geht es schon im Leistungssportbereich an die Substanz und das ist alles andere als gesund und ist daher als allgemeiner Tipp nicht wirklich geeignet. Zumal es auch nicht darum geht abzunehmen und das Gewicht zu halten, sondern nur um ein Gewicht zum Zeitpunkt X zu haben. Das mag man doof finden, gehört aber zum Judo oder Boxen etc. einfach zum Sport wie der Ball zum Fußball. Doch wie kann man abnehmen? Was kann man lernen? Welche Methoden kann jeder in den Alltag bringen? Wie funktioniert das Abnehmen wirklich? Es gibt tausend und eine Diät. Es gibt tausend und eine Methode. Alle mit tollen Namen! Und alle haben eins gemeinsam! Und genau das will ich euch heute vorstellen bzw. erklären.
Abnehmen ist eigentlich sehr einfach: Ihr müsst mehr Energie verbrauchen, als ihr aufnehmt. Nicht mehr und nicht weniger!
Wie es funktioniert bedarf aber doch eine kleine Erläuterung, wie der Körper funktioniert. Ich mache es kurz, versprochen. Jeder Mensch hat eine sogenannten Grundumsatz. Das ist der Energieverbrauch, den er verbrennt, um leben zu können. Das heißt aber, dass wir nicht auf die Energiezuführung verzichten dürfen. Die Energie erhalten wir durch Essen. Das eine hat viel Energie, also viel Kalorien, das andere wenig.


Den Grundumsatz kann man errechnen. Da spielt das Alter, das Gewicht, der BMI, die Größe, aber auch die Frage eine Rolle, wie man seinen Alltag beschreitet. Um es hier einfach zu machen, nehmen wir mal an, dass der Grundumsatz bei Frauen bei ca. 1.800 Kalorien und bei Männern bei ca. 2.200 Kalorien liegt. Das heißt, wenn eine Frau abnehmen will, muss sie weniger als 1.800 Kalorien zu sich nehmen und schon purzeln die Pfunde. Das scheint jetzt auf den ersten Blick bedeuten, dass man sich im Essen einschränken muss. Stimmt aber nicht! Glaubt mir, man kann alles Essen, was man will, wenn man die Energie auch wieder los wird. Wenn ich also einen BigMac esse, dann ist das überhaupt nicht dramatisch, ich muss nur zusehen, wie ich die Burger-Energie wieder loswerde. Das Zauberwort ist hier Bewegung bzw. Sport! Mit der Bewegung bzw. Sport erhöhe ich meine Energievernichtung. Je mehr Bewegung und Sport um so mehr Energievernichtung. Jetzt werden einige Leser sagen: Das habe ich versucht und ich bin schwerer geworden! Und diese Leser haben recht! Der Grund ist, dass Fett abgebaut wird und Muskeln aufgebaut werden. Muskeln sind schwerer als Fett, deshalb nimmt man zu. Und das ist gut so, denn Muskeln erhöhen den Grundumsatz, denn Muskeln brauchen Energie! Nehmen wir also nochmal das Beispiel der Frau mit dem Grundumsatz von 1.800 Kalorien, die nun Muskeln aufgebaut und zugenommen hat. Der Grundumsatz hat sich nun auf beispielsweise 2.000 Kalorien erhöht. Also bei gleicher Energiezufuhr und gleicher Bewegungskultur wird diese Frau schneller die Fettreserven verbrennen und damit schneller Gewicht verlieren. So einfach so gut. Es gibt aber einen kleinen Haken! Landläufig wird das Unheil als Heißhunger betitelt.
Dies ist eigentlich nichts anderes als Zuckermangel. Sobald dieser auftritt, wird jeder Mensch nervös und ungehalten. Er wird nach Zucker suchen, wie der Wüstenwanderer nach Wasser. Und der normale Mensch wird den Zucker finden und damit seine Energiebilanz zerstören, und damit wieder zunehmen. Also ist es wichtig diesen Zuckermangel nicht aufkommen zu lassen! Aber wie macht man das am unkompliziertesten?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die beste Methode ist, dass man morgens zum Frühstück möglichst viel Zucker zu sich nimmt. Marmelade, Nutella, etc. aufs Brot, gerne auch auf die Semmel. Das bedeutet zwar im ersten Moment eine extrem hohe Energiezufuhr, aber mit dem Prinzip "Morgens essen wie ein Kaiser, mittags wie ein König und Abends wie ein Bettelmann" ist die Tagesbilanz ausgeglichen. Die Zucker-Energie wird eh über den Tag verbrannt, der Zuckerhaushalt ist aber eben eher hoch, also kommt man nicht in den Zuckerschock. Für den Fall, dass man doch unter Tags den Zuckermangel bekommt, kann man auf Äpfel zurückgreifen. Die sind süß, haben Zucker, haben aber auch viel Wasser und wenig Kalorien. Also eine super Notfall-Medizin.
Ganz wichtig ist: Trinken! Trinken! und nochmals trinken und zwar Wasser. Es sollte nie ein Durstgefühl aufkommen. Am Anfang muss man sich etwas zwingen stetig etwas zu trinken, aber das legt sich schnell. Trinkt kleine Schlücke und nicht gleich 0,5l auf einmal. Besser ist, stetig und anhaltend.


Fassen wir zusammen, wie man wirklich abnimmt:
- Weniger Energie zuführen als man verbraucht (Aber Achtung: Keine Energie zuzuführen ist im höchsten Maße gesundheitsschädigend)!
- Grundumsatz erhöhen durch: Bewegung, Bewegung, Bewegung ergo: Sport!
- Zuckerschock vermeiden!
- Wasser trinken!

Mit vier Punkten ist es schon getan. Nicht mehr und nicht weniger.

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Bild: Benjamin Thorn/pixelio.de