Die Heilung, besonders bei Kapselverletzungen, braucht Zeit. Man kann die Zeit zur Verheilung etwas beschleunigen, in dem man die verletzte Kapsel ruhig stellt, was beim Daumengelenk nicht ganz einfach, aber möglich ist. Je ruhiger das Gelenk, je schneller die Heilung. Aus diesem Grund möchte ich euch heute anhand von Bildern/Fotos erklären, wie ihr das Daumengelenk optimal taped und damit ruhig stellen kann. Ich bin kein Physiotherapeut oder ähnliches, sondern habe mir das richtige Tapen während meiner aktiven Leistungssportzeit autodidaktisch beigebracht, weil ich es gebraucht habe.
Du braucht eine Rolle Tape (ich verwende Sporttape mit einer Breite von 4 cm, was ich aber in zwei nahezu gleich breite Teile teile) und trockene und fettfreie Hände.
Bevor wir beginnen noch ein paar wichtige Hinweise:
- Das Tape nie so kräftig anziehen, dass die Blutzufuhr abgeschnürt wird.
- Das Tape immer mit Druck anpressen.
- Das Tape solle nie verdreht sein oder Falten werfen, denn das verursacht Druckstellen und das tut auf die Dauer weh.
- Wer stark behaart ist, rate ich sich vor dem Tapen nass zu rasieren. Erstens hält das Tape dann besser und zweitens tut das Abnehmen dann auch nicht mehr so weh.
- Der Tapeverband sollte regelmäßig erneuert werden. Die Stabilität lässt nach einiger Zeit einfach nach und die Haut freut sich auch über etwas Luft.
Und los geht´s!
1. Zu Beginn müssen wir sogenannte Zug-Anker tapen. Hintergrund: Wenn man durch Tapen Stabilität erzeugen will, d. h. Bewegungen einschränken will, muss manchmal ein Tapestreifen eine Stütz, Halte- und Zug-Funktion übernehmen. Die Haut ist nie 100% fettfrei und deshalb würde sich das Tape dabei einfach nicht halten. Dies wird durch diesen Anker verhindert, weil Tape auf Tape einfach besser hält.
Hier seht ihr den Zug-Anker am mittleren Daumengelenk.
2. Als zweites kommt der Gegenzug-Anker am Handgelenk.
Tipp: Beim setzen dieses Tapestreifens eine Faust machen, denn dann ist es auf jeden Fall nicht zu fest, bei offener Hand.
Tipp: Beim setzen dieses Tapestreifens eine Faust machen, denn dann ist es auf jeden Fall nicht zu fest, bei offener Hand.
3. Nun bauen wir den ersten Zug auf. Mit einem längs Tapestreifen wird der Daumen in die natürliche Position einer geöffneten Hand gebracht.
4. Mit einem zweiten Streifen verstärke ich den Zug auf den Daumen. Im Bild sieht man, dass der Zug komplett über das Daumengrundgelenk verläuft.
5. Nun tape ich eine Verstärkung. Diese verläuft kreuzweise über die Daumenkapsel. Ich beginne am Handgelenk-Anker tape schräg auf die rechte Seite des Daumens, umrunde diesen und dann kreuzweise zurück zum Anker.
6a. Nun das ganze andersrum: Diesmal tape ich am Handgelenk-Anker beginnend links am Daumen vorbei und auf der rechten Seite zurück Anker.
6b: Hier im Bild nochmal der Verlauf des letzten Tapestreifens, der wieder das Grundgelenk/Kapsel des Daumens durch Kreuzung stützt.
7. Wieder wird kreuzweise über das Grundgelenk getaped. Dies geschieht zur Erhöhung der Haltbarkeit und Festigkeit.
8. Damit sich das Tape nicht bei Bewegung der Hand und Daumen "aufrollt", sichere ich die Vertapung durch Umwicklung des Mittelgelenkes mit einen Streifen (Achtung: Nicht zu fest ziehen!).
9. Als letztes noch eine Verklebung am Handgelenk-Anker, um auch da das Ablösen und Aufrollen zu verhinden.
Fertig!
Das Daumengrundgelenk ist nun in seiner Bewegung eingeschränkt, die Hand lässt sich aber noch im normalen Alltag wunderbar benutzen. Nun braucht man nur noch die Zeit abwarten bis die Prellung abheilt. Leider sind Kapselverletzungen immer eine lang- bis längerwierige Geschichte und damit für den Sportler eine durchaus ärgerliche und schmerzhafte Verletzung.
Die letzten drei Bilder/Fotos zeigen euch das Endprodukt der Bemühungen:
| Von Oben |
| Von der Handfläche |
| Vom Handrücken |
Ich wünsche euch zwar nicht die Verletzung, aber trotzdem viel Erfolg beim Nach-Tapen, wenn es nötig sein sollte. Für das Selbertapen braucht man etwas Übung. Einfacher ist es, wenn man jemanden bitten kann das Tapen zu übernehmen.